Schottland

North Coast 500

Rund 830 Kilometer durch die nördlichen Highlands - eine der spektakulärsten Küstenrouten Europas.

Schottische Highlands mit grünen Bergen und See

Auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai, Juni und September. Hauptsaison Juli und August ist landschaftlich gleich, aber Unterkünfte sind schwer zu bekommen.
Anreise
Mit dem Mietwagen oder Camper ab Inverness. Anreise per Bahn nach Inverness, dann Fahrzeug übernehmen.

Die North Coast 500 (NC500) ist eine Rundroute, die in Inverness startet und über die Westküste, die Nordküste und die Ostküste wieder zurückführt. Geplant ab 2015 als Aufmerksamkeit für die nördlichen Highlands, hat sie sich zu einer eigenen Marke entwickelt.

Landschaftlich ist die Strecke außergewöhnlich: weiße Strände bei Achmelvich und Sandwood Bay, Pässe wie Bealach na Ba, Klippen bei Duncansby Head und stille Buchten an der Ostküste. Dazu kommen Single Track Roads, dünn besiedelte Etappen und wechselhaftes Wetter.

Der Erfolg hat Schattenseiten: In der Hauptsaison sind Unterkünfte knapp, Stellplätze überlaufen und einige Communities reagieren empfindlich auf rücksichtsloses Verhalten. Wer langsam, früh und verantwortlich reist, wird die Route lieben.

Highlights

Klassiker

Bealach na Ba

Spektakulärer Pass nach Applecross.

Smoo Cave

Meereshöhle bei Durness.

Dunrobin Castle

Märchenhaftes Schloss an der Ostküste.

Strände und Klippen

Achmelvich und Clachtoll

Türkis-weiße Buchten im Westen.

Sandwood Bay

Einsamer Strand mit Wanderung.

Duncansby Stacks

Klippen und Felsnadeln im Nordosten.

Etappenorte

Ullapool

Lebendiger Fährhafen mit Pub-Szene.

Durness

Versorgungsort an der Nordküste.

Dornoch

Königliche Kleinstadt mit Kathedrale und Strand.

Für wen lohnt sich das?

Roadtrip- und Camper-Fans, erfahrene Reisende, die mit Single Track Roads und langen Etappen umgehen können.

Wie viel Zeit einplanen?

Sieben Tage als Minimum, zehn bis vierzehn Tage angenehmer. Wer kürzer hat, fährt nur die West- oder Nordküste.

Wie viele Tage brauchst du?

5 Tage

Sehr knapp und nur eine Richtung sinnvoll - z. B. Inverness, Westküste bis Durness, dann zurück über die Mitte.

7 Tage

Minimum für die komplette Runde. Funktioniert mit Disziplin, lässt wenig Spielraum für Wetter und Wanderungen.

10 Tage

Empfohlene Reisedauer - Zeit für längere Stopps, Wanderungen (Sandwood Bay, Stac Pollaidh) und Wetterpuffer.

14 Tage

Komfortabel mit Ausflügen nach Cape Wrath, Outer Hebrides per Fähre ab Ullapool oder Orkney ab Scrabster.

Beispielplanung

Ein realistischer Vorschlag - keine starre Route.

Tag 1

Inverness nach Applecross

Westwärts über Loch Carron und Lochcarron-Dorf, Pass Bealach na Ba auf die Halbinsel, Abend im Applecross Inn.

Tag 2

Applecross nach Gairloch

Küstenstraße Richtung Shieldaig und Torridon mit Bergpanorama, Stopp am Loch Maree, Übernachtung in Gairloch.

Tag 3

Gairloch nach Ullapool

Inverewe Garden, Aussichten am Loch Ewe, Mittagspause in Ullapool mit Hafenbummel.

Tag 4

Ullapool nach Lochinver und Durness

Stac Pollaidh-Wanderung optional, Achmelvich und Clachtoll, Übernachtung in Durness oder Scourie.

Tag 5

Nordküste über Tongue nach Thurso

Smoo Cave, Strände bei Bettyhill, Übernachtung in Thurso oder Wick.

Tag 6

Ostküste mit John o' Groats und Dunrobin

Duncansby Stacks, John o' Groats, Whaligoe Steps, Dunrobin Castle, Abend in Dornoch oder Tain.

Tag 7

Black Isle und Rückkehr nach Inverness

Chanonry Point mit Delfin-Spotting, Rosemarkie, Brennerei-Stopp und Ankunft in Inverness.

Mobilität vor Ort

Mietwagen oder Camper nötig. Straßen sind oft Single Track, Tagesetappen 150 bis 200 Kilometer brauchen 4 bis 5 Stunden mit Stopps.

Reise ohne Auto: Praktisch nicht möglich. Bus- und Bahnverbindungen decken nur kleine Abschnitte ab (z. B. Inverness - Thurso - Wick an der Ostküste).

Anreise und Flughäfen

Anreise nach Inverness

Flug ab London, Manchester oder Amsterdam; ScotRail ab Edinburgh, Glasgow oder Aberdeen; Caledonian Sleeper ab London Euston.

Mietwagen

Kompaktwagen reicht und ist auf Single Track Roads angenehmer als ein SUV. Schaltwagen sind günstiger, Automatik im Hochland bequemer.

Wohnmobil

Funktioniert, aber mit Vorsicht: Bealach na Ba meiden, Stellplätze vorab reservieren, Service-Punkte einplanen (z. B. Durness, Ullapool, Tongue).

Geführte Touren

Mehrtägige Kleingruppentouren ab Inverness sind eine Option ohne eigenes Fahrzeug, allerdings mit eingeschränkter Flexibilität.

Wo übernachten?

Inverness

Start und Ziel, größte Auswahl. Erste und letzte Nacht hier einplanen.

Applecross, Shieldaig, Gairloch

Westküsten-Etappen mit kleinen Hotels, B&Bs und Camping. Sehr schnell ausgebucht in der Saison.

Ullapool

Charakterhafte Etappe mit Restaurants und Pub-Szene. Eine der besten Übernachtungen der Route.

Durness, Tongue, Thurso

Nordküsten-Stützpunkte mit knappem Angebot - Frühbuchung ist Pflicht.

Dornoch und Tain

Ostküste, ruhig und angenehm, gute Restaurants und kürzere Etappe zurück nach Inverness.

Bei Regen

  • Ullapool Museum und Macphail Centre für lokale Geschichte.
  • Highland Museum of Childhood in Strathpeffer.
  • Brennereien wie Glenmorangie (Tain) oder Old Pulteney (Wick).
  • Inverewe Garden mit subtropischen Pflanzen am Loch Ewe.

Mit Kindern

  • Dunrobin Castle mit Falknerei-Vorführung.
  • Smoo Cave - Höhle mit kurzer Bootspassage.
  • Strände bei Achmelvich oder Sango Bay für Sandburg und Picknick.
  • Delfin-Spotting am Chanonry Point auf der Black Isle.

Typische Fehler bei der Planung

  • Im Juli oder August ohne Unterkunftsreservierung losfahren - in vielen Orten gibt es nur wenige Betten.
  • Bealach na Ba mit großem Camper befahren - Pass ist eng und kurvig, Alternative über die A896.
  • Tagesetappen wie auf dem Festland kalkulieren - in den Highlands sind 80 km/h selten realistisch.
  • Wildcampen ohne Rücksicht - in vielen NC500-Orten gibt es klare Hinweise, was geht und was nicht.
  • Nur eine Richtung planen - viele Stopps lohnen erst durch Spielraum für Wetter und längere Pausen.

Gut kombinierbar mit

Isle of Skye

Westliche Verlängerung vor oder nach der Runde, schöne Klammer über Eilean Donan Castle.

Orkney

Fähre ab John o' Groats (saisonal) oder Scrabster - Neolithikum, Steinkreise und ein eigenständiges Inselgefühl.

Outer Hebrides

CalMac-Fähre ab Ullapool nach Stornoway - Inselroute mit Stränden und Standing Stones.

Cairngorms

Auf dem Rückweg über die Ostseite - Wälder, Bergplateaus und mildere Landschaft.

Praktische Tipps

  • Tank füllen, sobald du eine Tankstelle siehst - im Norden sind 80 Kilometer Abstand normal.
  • Ausweichbuchten auf Single Track Roads sind nur zum Ausweichen, nicht zum Parken.
  • Midges sind im Hochsommer am Wasser stark - Schutz mitnehmen.
  • Mobilfunk und Datenempfang sind streckenweise schwach - Offline-Karten laden.
  • Lokal kaufen - die NC500 lebt von kleinen Betrieben; Bargeld in kleinen Beträgen kann hilfreich sein.

Häufige Fragen

Wie viele Tage für die NC500?
Sieben Tage als Minimum, zehn bis vierzehn Tage angenehmer. Wer weniger Zeit hat, fährt nur einen Abschnitt.
Eignet sich die Route für Wohnmobile?
Ja, aber mit Vorsicht. Viele Straßen sind Single Track Roads mit Ausweichbuchten. Bealach na Ba meiden, Übernachtung an offiziellen Stellplätzen.
Was ist Bealach na Ba?
Eine kurvige Bergstraße auf die Applecross-Halbinsel - landschaftlich spektakulär, fahrtechnisch fordernd und nicht für lange Fahrzeuge geeignet.
Wann ist die beste Reisezeit?
Mai, Juni und September - mildes Wetter, lange Tage, weniger Andrang als im Hochsommer.
Im Uhrzeigersinn oder gegen?
Beides funktioniert. Gegen den Uhrzeigersinn (Westküste zuerst) startet mit dem spektakulärsten Abschnitt - empfehlenswert bei guter Wettervorhersage zu Beginn.
Gibt es genug Tankstellen?
Im Norden und Westen sind Abstände von 50 bis 80 Kilometern normal. Auffüllen, sobald die Anzeige unter halb fällt.
Ist die Strecke familientauglich?
Ja, mit kürzeren Tagesetappen und Stopps an Stränden, Burgen und Höhlen. Sieben Tage sind dann eher zu wenig - lieber zehn.
Wie umgehe ich Konflikte mit Einheimischen?
Single Track Roads korrekt nutzen, nicht in Einfahrten parken, Müll mitnehmen, an offiziellen Stellplätzen übernachten und lokale Betriebe unterstützen.

Kurz zusammengefasst

Die NC500 ist keine Route, die man im Vorbeifahren abhakt. Sie braucht Zeit, einen Plan und Rücksicht - belohnt aber mit Landschaftsbildern, die man sonst nur aus Bildbänden kennt.

Wer früh bucht, langsam fährt und nicht jeden Tag eine neue Übernachtung sucht, bekommt eine der besten Roadtrip-Erfahrungen Europas.